Jahrhunderte lang tappte der Fischer während des Fangs gewissermaßen im Dunkeln, gewisse Erfahrungswerte halfen ihm jedoch Fische zu fangen. Traten Seevögelschwärme auf, so war die Nähe von Fischschwärmen wahrscheinlich. Auftreten von Delphinen deutete auf Heringsschwärme hin. Heutzutage erfolgt die Ortung von Fischschwärmen mit Hilfe eines Echolots, das mit Ultraschallwellen arbeitet. Deren Frequenz liegt über der oberen Hörschwelle (>16.000 Hz). Sie breiten sich im Wasser mit einer Geschwindigkeit von 1500 m/s aus (in der Luft nur mit etwa 330 m/s). Trifft die ausgesandte Schallwelle auf Stellen mit veränderter Dichte, also auf ein festes Objekt, den Meeresboden, auf Fischschwärme, auf Wasserschichten anderer Temperatur oder Salzschichten, wird ein Teil der Energie reflektiert und gelangt zum Sender zurück. Die Entfernung des reflektierenden Körpers wird durch Messung der Zeit bestimmt. Durch ein Horizontal-Vertikal-Lot (HC-Lot) kann auch das Wasser vor dem Schiff abgetastet werden, so dass man Fischschwärme verfolgen und die Netzposition auf die Position des Schwarms abstimmen kann.
Drive Fishery
Unter Drive Fishery versteht man das Fangen und Töten von Kleinwalen und Delphinen nach Art einer Treibjagd, welche vorwiegend in Japan betrieben wird. Die Tiere werden dazu in Lagunen und Buchten getrieben, wo ihnen der Rückweg ins offene Meer mit Netzen versperrt wird. Einige wenige Tiere werden für Delphinarien, Zoos und Vergnügungsparks selektiert, der Großteil jedoch anschließend getötet. Schätzungen gehen hierbei von ca. 20.000 Tieren aus. Aufgrund der Tötungsart ist diese Art Fischerei international geächtet.
Fischerei mit Hilfe von Tieren
Die Kormoranfischerei ist eine alte Erfindung der Chinesen sie ist auch in den umliegenden Ländern verbreitet und insbesondere in Japan wo sie heute noch als Sehenswürdigkeit betrieben wird. Nur in China hat die Fangmethode mit Kormoranen eine wirtschaftliche Bedeutung erreicht. Die Vögel werden jung einer 7 – 8 Monate währenden Erziehung unterworfen und sollen danach ein Jahrzehnt verwendbar sein. Von kleinen Booten oder Flößen aus lässt der Fischer im ruhigen Gewässern bis zu ein Dutzend Tiere nach Fischen tauchen, die sie dann einzeln oder, im Kehlsack angesammelt zu mehreren anbringen. Ein Halsring erlaubt ihnen nur, kleine Fische oder als Belohnung und Ermunterung, Fischstückchen hinunterzuschlucken, eine teils an diesen Ring, teils am Bein befestigte Leine führt entweder zu einem Schwimmkörper (in China) oder in die Hand des Fischers (in Japan).
Zu einer großen Fertigkeit des Fischtreibens hat es die Fischotter gebracht, der wie ein Hund ein ähnliches Treueverhältnis zu seinen Herrn entwickeln kann und recht wirksam die Fische in den Bereich von Wurf- und Senknetzen bringen kann. Höchst unfreiwillig dienen dagegen Gänse und Enten als Schwimmkörper für Kleinfische, der an einer Leine am Flügel den Hecht zum Anbiss verleiten soll, worauf das erschreckte Federvieh seinen Fang sogar noch an Land zu bringen versucht. Eine zünftige Fischereimethode ist das Fischen unter Verwendung des Schiffshalters (Echeneis naucrates) zum Fangen von Meeresschildkröten und größeren Haien, indem man ihn, an einer am Schwanz gebundenen Leine gehalten, zum Ansaugen an das Opfer veranläßt, bis der Fischer beide gemeinsam aus dem Wasser ziehen kann.
Fischerei mit Hilfe von Pflanzengiften
Gebräuchlich ist auch das Fischen unter Zuhilfenahme von Pflanzengiften. Die Pflanzenteile werden in allen Fällen zerkleinert, manchmal auch gekocht, und dann mit anderen Bindemitteln (z.B. Mehl, Lehm) in Teig- oder Pastenform auf das Wasser verteilt. Diese Form der Fischjagd wird meist in der Trockenzeit bei versiegenden Seen und Flüssen angewendet, weniger häufig in seichten Meeresteilen bei Ebbe und in der Nähe von Korallenriffen. Das Sammeln, Auffangen, oder Speeren an der Oberfläche treibender Fische ist dann leicht. Dem Fischgenuss schadet das Gift nicht (mit gewissen Ausnahmen), wie auch Säugetiere die gleichen Pflanzen ohne üble Folgen fressen, z. B. die für Fische höchst giftig wirkende Cyclamenknolle (Schweinebrot(Knolle des Alpenveilchens)).
Besonders im Amazonasbecken in Südamerika soll der Gebrauch von Pflanzengiften heute sehr verbreitet sein. Hier ist der Schmetterlingsblütler Tephrosia toxicana in Gebrauch. Auch in Teilen von Afrika wird auf die Tephrosia und ihre Unterarten zum Fischen zurückgegriffen. Diese Arten werden stellenweise sogar eigens für fischereiliche Zwecke angebaut. Andere genutzte Pflanzen sind die Hülsenfrüchtler (Leguminosen), denen in diese Hinsicht die größte Bedeutung zukommt. Zu den eingesetzten Pflanzen gehören auch die verschiedenen Derris-Arten (Rotenon), die in Südasien und Ozeanien eine Rolle spielen. Rotenon wird zur Räumung von kleinen Gewässern verwendet. In Europa verwandte man Pflanzengifte der Wolfsmilch-Königskerze und der Nachtschattengewächse.
Fischzuchten
Von einer eigentlichen Zucht im Sinne der Haustierzucht kann nur die Rede sein, wenn sich der Entwicklungszyklus einer Art lückenlos unter kontrollierten Bedingungen abspielt. Die trifft auf die Zucht von Süßwasserarten teilweise zu (z. B. Karpfen, Forelle) wo die Eier künstlich besamt, die Jungtiere in Anlagen hochgezogen und gemästet werden. Mit Meerfischen sind Versuche in diese Richtung bisher misslungen, da die maritimen Arten fast ausnahmslos hinfällige planktontische Larvenstadien durchlaufen, deren Haltung mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Dies beruht hauptsächlich auf die Unkenntnis der Ernährungsgewohnheiten dieser Larven und deren Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Schädigungen und deren Anfälligkeit für Infektionen. Die Bewirtschaftung maritimer Speisefische beschränkt sich auf folgende Maßnahmen.
1. Hege der natürlichen Bestände durch Erlass von Schutzgebieten und Schutzbestimmungen.
2. Schonzeiten während der Laichzeit und Wanderung
3. Festlegung und Einhaltung von Fangquoten und Mindestgrößen
4. Auch ein der Hege dienliches Verfahren besteht darin, dass die Eier von laichreifen, im Meer gefangenen Fische künstlich besamt werden. Nach der Embryonalentwicklung werden die geschlüpften Larven wieder im Meer ausgesetzt.
5. Bei der künstlichen Mast, wie z.B. beim in der Japanischen See vorkommende Buri (Yellow tail), werden im Meer gefangene, halbwüchsige Fische in geräumigen, zwischen Pontons hängenden Netzkäfigen gemästet. Ähnliches wird mit den Lachsen an den Küsten Nordamerikas und Nordeuropas gemacht.