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Kategorie: Fischen : Freizeitfischer angeln mehr Dorsch als angenommen
 
Hobbyangler holen Dorsch in so großen Mengen aus der Ostsee, dass dies Auswirkungen auf den Bestand und seine Bewirtschaftung hat. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Ostseefischerei Rostock. Droht nun ein Angelverbot in der Schonzeit oder eine personenbezogene Höchstfangmenge?

Freizeitfischer fangen nach Erkenntnissen des Instituts für Ostseefischerei Rostock (IOR) Dorsch in so großen Mengen, dass dies Auswirkungen auf die Bewirtschaftung des Bestandes hat. In den vergangenen drei Jahren bewegten sich ihre Fangmengen jeweils zwischen 20 und 50 Prozent der kommerziellen Dorschfänge, sagte Christopher Zimmermann, Biologe beim IOR. Die erhobenen Daten seien wichtig, um künftig die Dorschbestände und Fangquoten besser berechnen zu können. Es müsse nun nach politischen Möglichkeiten für einen fairen Interessenausgleich zwischen Freizeitangler, der kommerziellen Fischerei und der Wirtschaft an der Küste gesucht werden, sagte Zimmermann.

Im Jahr 2004 landeten die deutschen Berufsfischer 5750 Tonnen Dorsch an, 2005 waren es 7000 und im vergangenen Jahr 7500 Tonnen. Diese Mengen lagen ungefähr im Bereich der Fangquoten für Deutschland. Freizeitfischer fingen im gleichen Zeitraum jährlich zwischen 2000 und 3500 Tonnen Dorsch. Für die von der EU in Auftrag gegebene IOR-Studie wurden in diesen Jahren Daten von rund 67.000 Freizeitfischern ausgewertet.
Der größte Teil der privaten Fangmengen sei von Bootsfischern an Land gebracht worden. „Dies sind Einzelpersonen und entsprechend schwer zu befragen“, sagte Zimmermann. Rund 30 Prozent der Fänge gingen auf Rechnung von Kutteranglern, die Plätze auf Schiffen mieten. „Da kann es passieren, dass ein Angler mit 25 Kilo Dorsch das Boot verlässt.“ Angler, die beispielsweise an Seebrücken oder an den Küsten im Wasser stehen, würden weniger als 20 Prozent der zusätzlich zu den von Fischern angelandeten Dorsch-Fangmenge erzielen.

Es gebe nun mehrere Möglichkeiten, diese Ergebnisse umzusetzen. So könnte das Angelverbot in der Schonzeit auf Hobbyangler ausgeweitet werden. Bislang gelte es nur für Berufsfischer. „Es macht keinen Sinn, wenn die kommerziellen Fischer nicht rausdürfen, gleichzeitig sich die privaten Angler damit brüsten, dass sie die größten Dorsche herausgeholt haben“, sagte Zimmermann. Von Bedeutung könnte auch der norwegische Ansatz einer personenbezogenen Höchstfangmenge sein, dort dürften pro Tourist maximal 15 Kilogramm Fischfilet ausgeführt werden. Bei den möglichen Konsequenzen aus der Studie müsse aber bedacht werden, dass Kutterangeln für den Tourismus in Küstenländern von großer Bedeutung sei.
 
 
 
 
 
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