Komm mit, wir gehen angeln

10:11 am von

Angeln ist langweilig? Mag sein. Aber nicht auf DMAX, nicht bei „Fish’n’Fun“, nicht mit Auwa Thiemann. Er erklärt das Angeln ohne Fachchinesisch. Und ist erfrischend unintellektuell. Wer hätte das gedacht: So schnell hat man einen neuen Freund gefunden.

Mit dem Thema Angeln habe ich bisher zwei Dinge verbunden. Erstens: Christoph, ein Freund. Er wollte mich vor einem Jahrzehnt mit zum Angeln schleppen. Christoph schwärmte davon. Mir war das wurscht. Das Einzige, was mir als 17-Jähriger zumindest halbwegs interessant vorkam, waren seine Angel-Kollegen. Die rauchten „Ernte 23“ und tranken „Jägermeister“. Zweitens: „Der alte Mann und das Meer“. Bei Ernest Hemingway geht es allerdings nicht wirklich ums Fischen. Sondern um das Leben.
Umso überraschter war ich gestern um 19.15 Uhr, als ich plötzlich einen neuen Freund hatte, der ein ziemlich guter Angler ist. Dabei habe ich nur DMAX angeschaltet. Die Sendung heißt „Fish’n’Fun“. Ich möchte den neuen Freund kurz vorstellen: Er heißt Auwa.
Auwa Thiemann, mit vollem Namen. Ich weiß nicht, ob er „Der alte Mann und das Meer“ gelesen hat. Aber darum geht es auch nicht in unserer Freundschaft. Wir sind keine intellektuellen Dampfplauderer. Nein, bei uns geht es ums Fischen.

Auwa trägt Goldkettchen
Auwa hat sonnengegerbte Haut und lange, braune Haare. Er trägt Goldkettchen, Stirnband und Hemd, locker aufgeknöpft. Guter Look, zeitlos schön. Gestern also nahm mich Auwa das erste Mal mit. Und gleich ging es nach Kenia, auf den Indischen Ozean, Marline fischen.
Auwa ist Angel-Coach. Früher war er auch Moderator, etwa beim „Musikladen“ auf der ARD. Vielleicht kann er deshalb so prima erklären, ganz ohne Fachchinesisch. Der „Fighting Belt“ etwa ist zum Umschnallen da. Wenn ein Fisch an der Leine hängt, muss man die Rute in den „Fighting Belt“ stecken. Und dann nur mit dem Oberkörper arbeiten, nicht mit den Armen kämpfen, sonst macht man zu schnell schlapp.
Als einer der anderen Angler einen „Red Snapper“ aus dem Wasser zieht, sagt Auwa: „Das ist doch schon mal ’ne Kirsche, die da am Haken hängt!“ Er bringt viele solcher Sprüche. Nicht geistreich. Aber ehrlich.

Auf einmal hat Auwa einen Marlin an der Leine. Vorher hatte er noch geprahlt: „Ich möchte Euch so gerne einen großen, fetten, amtlichen Marlin vorstellen.“ Nun muss er kämpfen wie ein Bär. „Die Sau, die quält mich!“ Am Ende gewinnen beide. Marline stehen unter Naturschutz. Auwa markiert den Fisch mit einer Nummer und lässt ihn frei. Nun ist er registriert. Und wenn irgendwann einmal ein anderer Angler diesen Riesenbrocken (fast zwei Meter, gut 100 Kilo) schafft, dann wird er nach einem Anruf bei irgendeiner Behörde wissen: Auwa hatte ihn vor mir.

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